OpsDeck
Ein portables Befehls-Dashboard für IT- und Netzwerk-Admins: Volltextsuche, Befehlskarten zum Kopieren, Troubleshooting-Notizen und ein Subnetz-Rechner. Läuft ohne Installation direkt vom USB-Stick, alle Daten liegen in einer JSON-Datei neben der EXE. Noch lange nicht fertig: Zur Zeit ist es eher meine Dokumentation als ein Werkzeug für den Ernstfall.
01Warum überhaupt?
Wer zwischen Cisco-Switches, FortiGate, Windows-Server, Linux und ein bisschen SQL unterwegs ist, kennt das: Die Syntax für show interface status sitzt, aber wie war noch mal der PowerShell-Befehl für die DHCP-Leases? Und welcher Schalter bei dism? Bei mir lagen die Antworten verstreut in Notizen, Browser-Lesezeichen und einem alten OneNote. Beim Troubleshooting will ich das in Sekunden finden, nicht erst suchen.
Dazu kam der Wunsch nach etwas, das ich überall mitnehmen kann: auf meinem Heim-Laptop, dem zukünftigen Arbeitslaptop oder einfach auf dem USB-Stick. Ohne Installation, ohne Adminrechte, ohne Konto. Also ein eigenes Tool: klein, schnell, und mit meinen Befehlen drin. Der Rahmen steht, das Befüllen ist die eigentliche Arbeit, und die dauert.
02Was es macht
Mitdenkende Suche
Echtzeit-Volltextsuche über Befehl, Titel, Beschreibung und Tags. Bei Tippfehlern kommt „Meinten Sie vielleicht …?", ein Klick übernimmt den Vorschlag.
Befehlskarten
Titel, Technologie, Syntax in Monospace, Beschreibung, Link zur Hersteller-Doku und ein ausklappbarer Bereich mit Troubleshooting und häufigen Fehlern.
Platzhalter beim Kopieren
Steht im Befehl <IP-Adresse> oder <VLAN-ID>, fragt ein kleiner Dialog die Werte ab. Der fertige Befehl landet in der Zwischenablage.
Werkzeuge
Subnetz-Rechner für IPv4 und IPv6, Markdown-Export als Cheat-Sheet, Favoriten, „Zuletzt genutzt", Import und Export der Datenbank.
Vier Stile
Windows 11 Dunkel und Hell, ein MS-DOS-Look in CGA-Farben und Tokyo Night. Umschaltbar unten in der Seitenleiste, wird gespeichert.
Portabel
Eine EXE, daneben commands.json und settings.json. Beim ersten Start füllt sich die Datenbank mit über 200 Befehlen aus der Praxis.
03Was drinsteckt
Die Seed-Datenbank soll mein persönlicher Spickzettel werden: Cisco IOS/IOS XE/NX-OS/IOS XR, ASA und FTD, FortiOS, Sophos, UniFi, Aruba, MikroTik, Palo Alto, pfSense. Dazu Debian und die RHEL-Familie, Windows CMD und PowerShell, Windows-Server-Rollen, Active Directory, Entra ID, Exchange, PostgreSQL, MS SQL, MySQL, VMware, Proxmox, Hyper-V, Docker, SSH, Git, Ansible, Wireshark-Filter und die Klassiker der Netzwerk-Diagnose. Plus Spickzettel für HTTP-Codes, Regex, Ports und Subnetting.
Ich befülle die Datenbank nach bestem Wissen und Gewissen, aber ein Befehl, den ich nur aus der Doku abgeschrieben habe, ist für mich noch kein Befehl, dem ich beim Troubleshooting blind vertraue. Deshalb baue ich vieles davon in CML und EVE-NG nach und probiere es dort aus, bevor es als „geprüft" gilt. Das kostet Zeit, und genau deshalb ist OpsDeck im Moment eher eine Dokumentation meines Lernwegs als ein fertiges Admin-Werkzeug.
Die versionskritischen Befehle gleiche ich gegen die Hersteller-Dokumentation ab, gerade bei NX-OS, IOS XR, ASA und FortiOS unterscheiden sich Syntax und Verhalten je nach Version. Jede Karte hat deshalb einen Doku-Link, und wo ich es schon nachgestellt habe, kommen verifizierte Troubleshooting-Hinweise dazu.
Eine OneFile-EXE entpackt sich bei jedem Start in ein temporäres Verzeichnis, das danach wieder verschwindet. Wer dort seine Daten speichert, verliert sie. Deshalb ermittelt das Tool bewusst den Ordner der EXE selbst und legt commands.json genau daneben ab, auf dem USB-Stick genauso wie unter C:\Tools\OpsDeck.
Unter Windows fror die App beim „Mehr"-Dialog kurz ein, das Scrollen ruckelte. Solche Kleinigkeiten fallen erst im Alltag auf, nicht beim Bauen. Inzwischen ist beides behoben, und die Oberfläche bleibt auch bei ein paar hundert Befehlen flüssig.
04Screenshots
Dashboard in den vier Stilen sowie Suche, Platzhalter-Dialog und Subnetz-Rechner. (Antippen zum Vergrößern.)







05Stand & Ausblick
OpsDeck ist ein Projekt für lange: Die Oberfläche und die Werkzeuge stehen, die Datenbank wächst mit jedem Thema, das ich im Labor nachgebaut und verstanden habe. Bis es als echtes Werkzeug im Arbeitsalltag taugt, ist es noch ein gutes Stück Weg. Bis dahin ist es mein Nachschlagewerk und meine Lern-Doku in einem. Der Code ist vorerst nicht öffentlich.
