Blau beleuchtete Tastatur
AUSBLICK · HARDWARE

Bosgame M5: mein neues Spielzeug

● Gerade angekommen · kurzer Funktionstest gemacht · Linux steht an

Ein Mini-PC mit AMDs Strix Halo: Ryzen AI Max+ 395, 128 GB Arbeitsspeicher und 2 TB SSD in einem Gehäuse, das auf eine Hand passt. Hier erst mal das Auspacken und ein paar Gedanken dazu. Was ich damit anstelle, kommt in einem eigenen Beitrag.

Verpackung des Bosgame M5 mit dem Aufdruck „Multi-functional AI PC“

Die Schachtel. „Multi-functional AI PC" steht drauf, und das trifft es ganz gut.

AMD Ryzen AI Max+ 395 Radeon 8060S 128 GB RAM 2 TB SSD 2,5G LAN Linux

01Warum ausgerechnet der?

Ich wollte schon länger eine Kiste, auf der ich lokale KI-Modelle laufen lassen kann. Die Traumlösung wäre eine RTX PRO 6000 Blackwell mit 96 GB. Da ich leider keine 10.000+ Euro dafür übrig habe, wurde es der Bosgame. Genau dafür ist Strix Halo gebaut: CPU und eine dicke integrierte Grafik teilen sich einen gemeinsamen Speicher. Bei 128 GB heißt das, dass auch große Modelle komplett in den Speicher passen, was mit einer normalen Grafikkarte in dieser Preisklasse schlicht nicht geht. Klar: Beim Tempo ist die Strix sicher einiges langsamer als eine richtige Grafikkarte. Dafür kann ich behaupten, dass meine Daten auch wirklich zu Hause bleiben.

Der Bosgame M5 ist dabei die günstigste Strix-Halo-Maschine, die man zur Zeit bekommt. Das Board ist laut diversen Quellen identisch mit dem des GMKtec EVO-X2, nur eben in einem anderen Gehäuse und mit anderem Preisschild. Das neuere Modell mit dem Nachfolger-Chip wird wohl außerhalb meiner Preisklasse landen. Also lieber jetzt das, was da ist, und damit richtig werkeln.

02Auspacken

Erst mal Entwarnung beim Versand: Das Paket kam sehr gut verpackt an, der Karton war innen komplett mit Schaumstoff ausgekleidet, der Rechner selbst noch einmal in Folie. Da wackelt nichts. Im Karton liegen neben dem M5 das Netzteil (ein ordentlicher Brocken mit 20 V und 12 A, also 240 W), ein HDMI-Kabel, die Anleitung, ein Zettel mit der Reparaturadresse und ein Standfuß samt zwei Schräubchen. Der Fuß fühlt sich nach Metall an, damit lässt sich der M5 hochkant hinstellen und braucht noch weniger Platz auf dem Schreibtisch.

Das Gehäuse ist silbern, oben ein großes „M5" hinter einem Gitter, das im Betrieb leuchtet (per Knopf auf der Oberseite abschaltbar, gut so). Die Ecken sind angeschrägt, die Lüftungsschlitze ziehen sich als grobe Finnen an den Seiten entlang. Fühlt sich massiver an, als es auf Bildern aussieht. Mehr als einen kurzen Funktionstest habe ich noch nicht gemacht: Strom dran, es bootet, die Beleuchtung geht aus, wenn man es ihr sagt. Reicht fürs Erste.

03Anschlüsse & Daten

Für so ein kleines Ding ist erstaunlich viel dran. Vorne das, was man täglich braucht, hinten der Rest. Ein zweiter LAN-Port hätte mir für Homelab-Basteleien gefallen, aber dafür gibt es ja USB-Adapter.

CPU / GPUAMD Ryzen AI Max+ 395 (16 Zen-5-Kerne, 32 Threads) mit Radeon 8060S (40 RDNA-3.5-CUs) und NPU
Speicher128 GB LPDDR5X, fest verlötet, gemeinsam für CPU und GPU
SSD2 TB NVMe
VorneKopfhörer-Klinke, 2× USB-A, 1× USB-C, SD-Kartenleser, Modus-Taste, Power
Hinten2× USB-A, HDMI, DisplayPort, 1× USB-C, 1× USB-A, 2,5G LAN, Klinke, Netzteil (20 V / 12 A)
Netzteil240 W extern

04Der Plan: Linux

Windows ist vorinstalliert, bleibt aber nicht lange drauf. Ich werde den M5 unter Linux betreiben, aus einem einfachen Grund: Unter Linux lässt sich der gemeinsame Speicher deutlich freier zwischen CPU und Grafik aufteilen. So bekommt die GPU den größten Teil der 128 GB, und genau das brauche ich für große Sprachmodelle. Dazu kommt, dass Ollama, llama.cpp und Co. auf Linux mit ROCm einfach am besten laufen.

Was ich vorhabe
  • Linux drauf, Speicheraufteilung einstellen, ROCm zum Laufen bringen.
  • Lokale Modelle testen: Was läuft flüssig, was passt gerade noch rein?
  • Eventuell den Server der Küchenapp hier draufpacken, mal schauen. Zur Zeit läuft der Mini-Server mit Tailscale auf meinem XMG Neo 17, und wenn das Notebook aus ist, wird eben nicht regelmäßig abgeglichen. Vielleicht baue ich aber auch nur die Anbindung hierher, und der Server kommt auf den Hauptserver.
  • Unter anderem soll auch der Resteverwerter auf ein Ollama im eigenen Netz umgestellt werden, dann bleibt die KI ebenfalls zu Hause.
  • Lüfter, Temperaturen und Stromverbrauch im Alltag beobachten.

Ich freu mich auf jeden Fall schon aufs Werkeln. Sobald das System steht und die ersten Modelle laufen, gibt es hier den Erfahrungsbericht.

Hinweis: Privat gekauft, keine Kooperation, keine Werbung. Die Angaben zur Technik stammen vom Typenschild und aus den öffentlichen Datenblättern, die Einschätzung zum baugleichen Board aus Forenberichten.
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